Lesen ist Abenteuer
Anmerkungen des Regisseurs
Lesen ist stummes Starren auf tote Buchstaben. So scheint es. Aber der
Schein trügt. Lesen ist kostenlose Aufregung, Abenteuer ohne jedes
Risiko.
Wer liest, spart Auto, Flugzeug oder die rappelnde Eisenbahn. Schon ein
paar Sätze eines guten Autors reichen aus, und der aufgeschlossene
Leser befindet sich an entfernten Orten, unter unbekannten Menschen, in
nie erlebten Situationen. Wer liest, wird im Handumdrehen entführt.
Also Vorsicht! Lesen ist zwar kostenlos, aber ziemlich gefährlich.
>Kostenlos< stimmt eigentlich nicht: Lesen fordert das Beste, was
sich in Herz und Hirn von uns befindet: Phantasie bzw. Vorstellungsgabe,
das heißt Sehen, Fühlen und Denken in neuen Welten.
Phantasie hat Nutzen – so meinte Einstein - : Wer liest, lernt Probleme
zu lösen im Bereich des Denkbaren. Und genau da müssen die meisten
Probleme zunächst gelöst werden.
Beim Lesen kannst Du auf Menschen treffen, denen es so oder so ähnlich
wie Dir selbst geht. Die Buch-Person hat vielleicht auch rote Haare -
genau wie Du - oder sie sucht auch einen Freund... oder sie träumt
davon, einen großen bunten Fisch zu fangen, der sprechen kann. Lesen
heißt Menschen treffen, die ähnlich gestrickt sind wie Du.
Oder andersherum: An der Buch-Person sehe ich, wie es mir selbst geht.
Und manchmal ist Lesen eine Offenbarung: Du hast ein Gefühl, eine
vage Idee, eine gewisse Sicht auf die Dinge und Ereignisse deines Lebens,
und dann kommt ein Schriftsteller und fasst genau das, was Du ansatzweise
fühlst oder denkst in Worte, bzw. er macht daraus eine Geschichte,
nach deren Lektüre Du staunend und berührt sagen kannst: >Ja!
Genau so ist es. Die Geschichte ist wahr, obwohl sie nicht wirklich ist.<
DER BÜCHERWURM führt Kindern vor Augen, was beim Lesen wirklich
passiert. Das Unsichtbare dabei ist das Entscheidende und genau das macht
DER BÜCHERWURM sichtbar. |